Lösung für den Solarzwerg in Aussicht?

Heute habe ich meinen Antrag zur Überprüfung der allg. Anschlusspflicht nach § 40 WEIWG 2005 zurückgezogen, welcher im März diesen Jahres bei der Magistratsabteilung 64 (MA 64) eingereicht wurde. Für meine Wohnung wurde ein rücklaufgehemmter Zähler installiert der sich nicht rückwärts drehen kann. Daher wird mit der Inbetriebnahme meines Solarzwerges gegen kein einziges Gesetz verstoßen, solange die Inbetriebnahme gemeldet wird. Derzeit überarbeite ich noch die Form dieser Meldung um sicherzugehen, dass dem Netzbetreiber alle notwendigen Daten übermittelt werden.

Darüber hinaus ist die TOR D4 der e-control in Überarbeitung was helfen könnte, die derzeitige „Grauzone“ in einen eindeutig geregelten Bereich zu überführen. Damit ist die e-control die erste Organisation, die den Bürokratie-Kreis durchbricht und Solarzwerge gezielt fördert. Derzeit ist jedoch noch unbekannt, ob und wann dieser Entwurf in Kraft tritt.

Nachdem die Sonnen-Saison 2015 ohnehin dem Ende zugeht bleibt die Hoffnung, dass ich die 2016er Sonne endlich auf meinem Balkon nutzen kann.

Endspurt Schnecke

Endspurt Schnecke (Quelle: http://toepferschnecke.blogspot.de)

 

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Bürokratie – Flächenverbrauch

Während der Bürokratie-Bummelzug noch einige Stationen dreht, durfte ich ein paar Wochen auf Mallorca verbringen. Sonne pur. Bei einer Taxifahrt kam ich mit dem Fahrer ins Gespräch. Er lebe schon immer auf Mallorca. Ich fragte ihn, warum man auf der Insel kaum Solaranlagen sieht. Der Taxifahrer antwortete, dass die Energieversorgung den Politikern gehöre und die kein Geld mehr bekämen, wenn man sich den Strom selber macht. Daher sähen die Politiker Solaranlagen nicht so gerne.

Wenn man sich die Bürokratie für meinen Solarzwerg ansieht, scheint es offensichtlich, dass die spanischen und österreichischen Politiker da relativ ähnlich ticken.

Bürokratie-Fläche zu Solarmodul-Fläche

Bürokratie-Fläche zu Solarmodul-Fläche

Solarzwerg-Pioniere von Eurosolar

Mitglieder von Eurosolar haben mich im Laufe des Jahres zu diversen Veranstaltungen eingeladen, weil Eurosolar bereits seit Jahrzehnten über das Thema Solarzwerge aufklärt. Eurosolar veranstaltet unter anderem regelmäßig Solarstammtische mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Über den Stammtisch kann man sich unter http://www.eurosolar.at/solsta02.htm informieren.

Wirklich verblüfft hat mich, dass der Initiator von Eurosolar, Herr Ing. Franz Niessler, schon vor mehr als 20 Jahren Entwürfe von Solarzwergen hatte, wie sie derzeit beim simon.energy Projekt wieder entwickelt werden. Die bauliche Integration des Wechselrichters in das Solarmodul gibt es also schon länger als ich vermutet habe. Damals waren diese sogenannten Wechselstrom-Solarmodule übrigens konform mit Normen des VDE. Bei einer Hausmesse von Eurosolar-Mitglied Helga Morocutti habe ich ein solches Wechselstrom-Solarmodul dann auch vorgeführt bekommen.

Im Jahr 1992 hat ein solches Modul mit rund 50 Watt Spitzenleistung angeblich noch rund 13.000 österreichische Schilling gekostet. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an ein Zitat, welches ich während einer Bio-Messe auf einem Eurosolar-Stand gelesen habe:

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Solarzwerg Design 1992, Solarzwerg(e) von Frau Morocutti

Solarzwerg Design 1992, Solarzwerg(e) von Frau Morocutti

Das Verfahren nach § 40 WELWG geht weiter

Diese Woche wurde mir ein Schreiben der Magistratsabteilung 64 (MA 64) übermittelt. Es handelt sich um ein „Ergebnis der Beweisaufnahme“ und beinhaltet neben Antworten auf die Argumentationen meines Antrags auch ein Gutachten mit über 30 Seiten. Nun gilt es, die Argumentation der Wiener Netze zu verstehen und entsprechend darauf zu antworten.

Ein heißer Sommer steht bevor.

Verfahren nach §40 WELWG

Verfahren nach §40 WELWG

Holländer haben keine Angst vor Solarzwergen

In einem etwas älteren Blog Beitrag über irrationale Risikowahrnehmung wird auf den prophezeiten Weltuntergang 2012 Bezug genommen:

Wenn die Leute also irgendwo hören, dass unbekannte Planeten sich auf Kollisionskurs mit der Erde befinden, Sonnenstürme uns umbringen werden oder spezielle Konstellationen der Planeten Katastrophen verursachen werden, dann haben sie keine Möglichkeit, die Plausibilität dieser Behauptungen zu überprüfen. Die Aussagen der Weltuntergangsfreaks klingen genauso glaubwürdig wie die der echten Wissenschaftler, die genau das Gegenteil sagen. Den Leuten bleibt nichts anderes übrig, als irgendjemanden zu glauben

Beim Solarzwerg gibt es da einige Parallelen. Die einen behaupten, Solarzwerge seien gefährlich, die anderen behaupten das Gegenteil. Elektrischer Strom ist nicht gerade eines der verständlichsten Wissensbereiche. Daher können die jeweiligen Behauptungen ohne intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Strom kaum überprüft werden. Weiters heißt es im Beitrag:

Wir fürchten uns vor dem Rinderwahnsinn, obwohl daran in Deutschland kaum jemand gestorben ist. Wir haben allerdings kein Problem damit, Fisch zu essen – obwohl jährlich in Deutschland über 500 Menschen an Fischgräten ersticken

Mittlerweile habe ich so oft gehört, der Solarzwerg sei gefährlich, dass ich selbst manchmal Angst vor ihm habe. In solchen Momenten versuche ich dann, den Blickkontakt mit dem Solarzwerg zu vermeiden. Wenn ich dann höre, dass Holländer sich nicht vor Zwergen fürchten, gibt mir das eine gewisse Erleichterung. In einem kürzlich ausgestrahlten Fernsehbericht des WDR wird darauf Bezug genommen, dass in Holland Solarzwerge selbst angesteckt werden dürfen. Laut holländischen Normen, welche auf die selben internationalen Ausgaben zurückgehen wie die österreichischen, ist eine Rückspeisung über die Steckdose mit max. 2,25 Ampere erlaubt. Bei 230 Volt Wechselspannung entspricht das max. 517,5 Watt. Bis zu dieser Leistung bestehe deshalb keine Gefahr, weil bei der Dimensionierung von Sicherungen und Leitungen bestimmte Toleranzen eingeplant sind.

Um selbst noch eine Angst zu schüren: Wer mehr als zwei Solarzwerge bzw. mehr als 500 bis 600 Watt Erzeugung an eine Steckdose anschließt, riskiert eine Überlastung des Stromkreises, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führt. Wer eine größere Photovoltaikanlage haben möchte, sollte daher einen Fachmann hinzuziehen.

Norm Holland

Norm Holland

Ist ein Stecker am Solarzwerg verboten?

Immer wieder höre ich das Gerücht, dass Solarzwerge verboten seien. So warnen einige Organisationen vor der Verwendung von Solarzwergen, wie z.B. die Landesinnung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker oder der VDE. In einem früheren Beitrag bin ich bereits auf das Thema Sicherheit eingegangen.

Meine KollegInnen von oekostrom und ich haben uns in den letzten eineinhalb Jahren intensiv mit steckdosenfertigen Solarsystemen beschäftigt. Unter anderem wurden technische und rechtliche Gutachten eingeholt. Für Deutschland hat uns freundlicherweise Greenpeace Energy eG mit dem nötigen rechtlichen Wissen versorgt. Ziel war es herauszufinden, ob steckdosenfertige Solarsysteme rechtlich und technisch möglich sind. Das Ergebnis lautet: Ja, sind sie. Daher haben sich die beiden Unternehmen entschlossen, die Crowdfunding Kampagne für simon.energy zu unterstützen, um die Entwicklung eines sicheren, steckdosenfertigen Solarsystems zu finanzieren.

Manch jemand kann sich nur schwer vorstellen, wie so ein Gerät sicher betrieben werden kann. Ein Mythos in Bezug auf die Steckverbindung ist, dass im ausgesteckten Zustand Spannung anliegt. Wie das bei anderen Produkten aus dem Internet ist, kann ich nicht beurteilen. oekostrom hat jedoch ein spezielles steckdosenfertiges Solarsystem vom TÜV prüfen lassen. Der TÜV konnte am Stecker keine Gefahr für Leib und Leben erkennen, weil das System nach dem Ausstecken innerhalb von Millisekunden frei von gefährlicher Spannung ist.

In Bezug auf eine Steckverbindung am Solarzwerg gibt es Normen in Deutschland und in Österreich. In der VDE 0100-7-712, bzw. ÖNORM E 8001-4-712 wird festgehalten, dass Photovoltaikanlagen fest anzuschließen sind. Diese beiden Normen gehen auf die europäische DIN IEC 60364-7-712 zurück, die ursprünglich in Französisch und Englisch erschienen ist. In den Ausgangssprachen findet sich interessanterweise kein Hinweis auf einen festen Anschluss. Daher sind steckfertige Solarsysteme vermutlich in anderen Ländern wie Holland oder Schweiz ohne Widerstand von Lobbying-Gruppen im Einsatz. In der deutschsprachigen Implementierung dieser Norm mit der Bezeichnung HD 60364-7-712 ist der feste Anschluss jedoch in den Text gewandert. Und dieser Text wurde dann in die nationalen Normen von Deutschland und Österreich übernommen. Man kann die Steckdose übrigens entfernen, den Solarzwerg fest mit der Steckdose verschrauben und die Steckdose wieder verschließen. Dann würde man der Norm entsprechen. Allerdings darf bezweifelt werden, dass wir dadurch eine weitaus sicherere Situation für den Anwender geschaffen haben. Außerdem bescheinigen Rechtsgutachten, dass diese Normen keinen Gesetzescharakter haben. Wird ein Solarzwerg über eine Steckdose angeschlossen, wird zwar gegen einen Satz einer Norm, aber gegen kein einziges Gesetz verstoßen. Für mein Verständnis wäre das jedoch notwendig, wenn man das Wort „Verbot“ in den Mund nimmt.

Warum sprechen dann die Interessensverbände dann hartnäckig von Verbot? Der deutsche VDE ist ein etwas größeres Kaliber, da bin ich nicht ganz sicher, was den antreibt. Die österreichische Landesinnung der Elektrotechniker trägt die Motivation eigentlich im Namen: Es werden die Interessen der Elektrotechniker vertreten. In der Landesinnung sitzen dieselben Personen, die auch im Kuratorium für Elektrotechnik (KFE) sitzen. Daher verweist die Landesinnung der Elektrotechniker regelmäßig auf eine Warnung des KFE zur Begründung der Unzulässigkeit von Solarzwergen. Sieht natürlich besser aus, wenn gleich zwei wichtig klingende Organisationen vor etwas warnen, obwohl die zwei Organisationen aus denselben Mitgliedern bestehen.

Das KFE hält auf seiner Website fest:

Eine Aufgabe des KFE ist es, für seine Mitglieder finanzielle und ideelle Vorteile zu erarbeiten.

Auch wenn dadurch der Eindruck entsteht, dass der KFE und die Innung reine Klientenpolitik betreiben, wurden die Warnungen des KFE zu jedem Zeitpunkt ernst genommen, weil durchaus berechtigt darauf hingewiesen wird, welche Sicherheitsprobleme bei steckfertigen Solarsystemen auftreten können. Die Warnung des KFE ist jedoch insofern irreführend, weil sie suggeriert, dass diese „Empfehlung“ des KFE gesetzliche Bestimmungen widergibt. Das ist jedoch nicht so.

Innung und KFE sollten auch nicht überbewertet werden. Es überrascht nicht, dass die Vertretung der Elektriker es schlecht findet, wenn man ein Elektrogerät selbst und ohne Elektriker anschließen kann. Indem man Verunsicherung und Zweifel mit selbst ausgesprochenen Verboten streut, glaubt man, den Menschen etwas Gutes zu tun.

Fakt ist: Steckfertige Solarsysteme sind nicht verboten. Selbstgeschriebene Dokumente von Vereinen wie dem KFE haben keinen Gesetzescharakter. Mit einem steckfertigen Solarsystem wird grundsätzlich gegen kein einziges Gesetz verstoßen. Jedoch sollte man Warnungen durchaus ernst nehmen. Von Elektrogeräten kann immer eine Gefahr ausgehen. Es verhält sich am Ende wie mit anderen Produkten auch. Nicht jedes Steckdosenmodul, welches im Internet gekauft werden kann ist auch ein vernünftiges Produkt.

Warnung des KFE

Warnung des KFE ist kein Gesetz, auch wenn das KFE sich das wünscht

Die Logik des Misslingens

Dietrich Dörner schreibt in seinem Buch Die Logik des Misslingens über Strategisches Denken in komplexen Situationen. Im Stile dieses Buches haben kürzlich jene Volksvertreter, die an der Energiepolitik herumpfuschen, wieder ein anschauliches Beispiel dafür geliefert, wie man mit guten Absichten an ein Problem herangeht und dieses dann nur noch schlimmer macht.

Im März hat das Energy News Magazine einen Bericht veröffentlicht, wo die Neuregelung von Stromgebühren thematisiert wird. Wer sich schon einmal das Detailblatt seiner Stromrechnung angesehen hat, kennt die Vielzahl von verschiedenen Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Viel komplizierter kann man die Besteuerung vom Strom wahrscheinlich ohnehin nicht mehr gestalten. Es kann also eine gute Chance sein, wenn der Gesetzgeber das veraltete Regelwerk zur Ermittlung von Steuern und Abgaben überarbeiten möchte.

Bei der bisherigen Herangehensweise der Volksvertreter verwundert es jedoch, wie die relativ aufwändige Neugestaltung der Netzgebühren gerechtfertigt wird. Gemessen an der Gesamtzahl der Wortspenden im Bericht nehmen Kommentare zur Photovoltaik einen großen Anteil ein. Es sollen nun Dutzende Spezialisten jahrelang tüfteln, rechnen und modellieren, damit am Ende die Photovoltaik schlechter gestellt wird, ohne jedoch bei den anderen Akteuren im System etwas zu ändern. Es wird suggeriert, dass die Photovoltaik „mehr“ Kosten im System verursache. Die Infrastrukturkosten für die Sonnenenergie werden also zu den bereits bestehenden Kosten für konventionelle Kraftwerke hinzuaddiert. So, als würden die anderen Kraftwerke keine Kosten verursachen. Die Photovoltaik wird als Problem dargestellt, das es zu lösen gilt, obwohl die Sonnenenergie laut Stromkennzeichnungsbericht der e-control im Jahr 2013 nur 0,43% des österreichischen Energiemixes ausgemacht hat. Bei diesem Löwenanteil  am Energiemix muss natürlich sofort gehandelt werden! Warum wird noch immer versucht, die Solarenergie im Keim zu ersticken?

Erschwerend für die Volksvertreter ist jetzt, dass die Solarenergie die derzeit bei den Menschen populärste Form der Energiegewinnung ist und in Umfragen die besten Akzeptanz-Werte erzielt. Wie bringt man jetzt die Menschen dazu, wieder neue Solar-Belastungs-Mechanismen abzunicken? Mit einem Sündenbock natürlich! Argumentiert wird, dass Photovoltaikanlagen nur auf Einfamilienhäusern am Land installiert werden und wer sich ein Einfamilienhaus leisten kann ist sowieso reich. Für die Solaranlagen von bösen, asozialen Mitbürgern müssen jetzt die Armen und Schwachen zahlen. Daher sollen diese vermeintlichen Solar Millionäre mit neuen, kreativen Abgaben ihren Teil beitragen. Denn, so Sozialminister Hundstorfer laut Energy News Magazine:

Wir haben beim Photovoltaik-Ausbau ein massives Stadt-Land-Gefälle. Hier muss ein Nenner gefunden werden, dass das einigermaßen ‚fair‘ aufgeteilt wird.

Und auch Barbara Schmidt von Oesterreichs Energie stellt im Bericht scharfsinnig fest:

Die Energiewende – eigentlich eine „Stromwende“ – könne nicht gelingen, wenn es Konsumenten gebe, die ohne Chance seien, daran teilzunehmen und die überproportional viel zahlen müssten

Das Problem laute also, dass derzeit Menschen in Mehrfamilienhäusern keinen Zugang zur Solarenergie haben und man einen sozialen Ausgleich schaffen möchte.

Der Logik der Energiepolitiker folgend, kann ich jedoch auch argumentieren: Wasserkraft ist unfair, weil sich Menschen in der Stadt keine eigenen Wasserkraftwerke errichten können. Wegen dem Wasserkraftwerk fallen hohe Infrastrukturkosten an, da ja Leitungen zum Kraftwerk gebaut werden müssen. Und diese Kosten werden nun dem Kraftwerksbetreiber verrechnet und nicht mehr dem Stromkunden aufgezwungen. Dasselbe macht man mit allen anderen Kraftwerkstypen auch. Das Geniale: Wenn Solarstrom nun weniger als 1% vom Mix ausmacht, machen die anderen Energieträger mehr als 99% aus. Ist damit das Gerechtigkeitsproblem gelöst?

Nun kann man entgegnen, dass es nur beim Solarstrom zu einer Reduktion der Zahlungen an die öffentliche Hand kommen kann. Zahlungen, die in der Stadt Wien übrigens dazu verwendet werden, eine überwiegend fossile Energieversorgung zu betreiben und bestehende Bürokratie für Solaranlagen aufrecht zu erhalten oder sogar zu verschärfen. Da ich dieses System nicht unterstützen will, frage ich mich: Ist es wirklich eine reine Staatsaufgabe, Strom zu erzeugen und zu verteilen? Und warum wird die öffentliche Stromversorgung nicht stärker mit Solarenergie betrieben, obwohl dies eindeutig die beliebteste Form der Erzeugung ist? Wird der Wunsch nach Solarstrom der absoluten Mehrheit etwa durch eine kleine Minderheit ignoriert? Wie demokratisch funktioniert die öffentliche Energieversorgung?

Am sozialen Verteilungsdilemma sind nicht jene Schuld, die gegen den geballten politischen Widerstand die ersten waren, die sich Solaranlagen errichten haben lassen. Der Lösungsvorschlag der Volksvertreter, auf die ohnehin nicht mehr nachvollziehbare Stromrechnung jetzt auch noch Solar-Ausgleichs-Abgaben zu packen, bringt weder den Stadtbewohnern etwas, noch gelingt dadurch die Stromwende. Die Solarenergie abzuwürgen ist ein Lösungsversuch, der nur misslingen kann. Am Ende haben wir noch immer keine faire Verteilung und stecken in alten Strukturen fest, während der Rest der Welt bereits voll am solaren Zug fährt.

Es wird durch veraltete Gesetze der Großteil der Bevölkerung mit Bürokratie und Verboten von der Nutzung der Solarenergie ausgeschlossen. Mit wenigen kosmetischen Eingriffen in bestehende Gesetze könnte man Hürden für Mehrfamilienhäuser abbauen und sich bei unklaren Regelungen eindeutig zur Solarenergie bekennen. Dadurch würden deutlich mehr Menschen Zugang zur Nutzung der Sonne erhalten. Solarzwerge sind ein kleiner aber wichtiger Teil einer smarten und zukunftsweisenden Lösung.

Die Solarenergie ist derzeit die fairste Art, Energie zu verteilen. Die Sonne gehört ja schon allen! Jetzt muss man sie nur noch nutzen.

Dietrich Dörner - Die Logik des Misslingens

Dietrich Dörner – Die Logik des Misslingens